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Heilpädagogik

„Der wichtige Grundgedanke der Heilpädagogik, die Ganzheitlichkeit, bedeutet: Nicht allein Behinderung oder erschwerte Bedingungen und deren Behebung dürfen Gegenstand der Heilpädagogik sein. Aus dem heilpädagogischen Blickwinkel ist der ganze Mensch (mit seinen Fähigkeiten, Problemen und Ressourcen, sowie seinem sozialen Umfeld) bei der Bearbeitung und Lösung von Problemstellungen zu betrachten und einzubeziehen.

Die Aufgabe der Heilpädagogik ist es, Menschen mit Verhaltensauffälligkeiten bzw. Verhaltensstörungen oder mit geistigen, körperlichen und sprachlichen Beeinträchtigungen sowie deren Umfeld durch den Einsatz entsprechender pädagogisch-therapeutischer Angebote zu helfen. Die betreuten Personen sollen dadurch lernen, Beziehungen aufzunehmen und verantwortlich zu handeln, Aufgaben zu übernehmen und dabei Sinn und Wert erfahren. Dazu diagnostizieren Heilpädagogen vorliegende Probleme und Störungen, aber auch vorhandene Ressourcen und Fähigkeiten der zu betreuenden Personen, und erstellen individuelle Behandlungspläne. Durch geeignete pädagogische Maßnahmen fördern sie die Persönlichkeit, die Eigenständigkeit, die Gemeinschaftsfähigkeit, den Entwicklungs- und Bildungsstand sowie die persönlichen Kompetenzen der zu betreuenden Menschen. Darüber hinaus beraten und betreuen sie Angehörige oder andere Erziehungsbeteiligte, zum Beispiel in Problem- und Konfliktsituationen.“ (Quelle: Bundesagentur für Arbeit)

„Die Frühförderung und die Heilpädagogik tragen in besonderem Maß zu einer Früherziehung entwicklungsgefährderter Kinder bei. Gerade in der Zeit von der Geburt bis zum Schulanfang, einer Zeit extremer Lernfähigkeit, ist es notwendig, Schädigungen, Funktionsschwächen und Entwicklungsrisiken frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln. Hierzu bietet die Frühförderung mit der interdisziplinären Kooperation verschiedener Fachkräfte optimale Voraussetzungen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit ist die Elternberatung und die Einbeziehung der wichtigsten Personen für das Kind, der Eltern, in den Förderprozess. Das fordert von den verschiedenen Disziplinen, insbesondere von den Heilpädagogen, beispielsweise: Fachkompetenz, sozial-emotionale und sprachliche Anpassungsfähigkeit an das Kind und dessen Familie, Vernetzung der verschiedenen Personen und Institutionen. Die Heilpädagogik ist eine Disziplin, die mit ihrem komplexen Arbeiten und Wirken auf die sich verändernden Sichtweisen und zunehmend schwierigen pädagogischen, sozialen und bildungspolitischen Fragen antworten kann.

Heilpädagogen und andere Fachkräfte machen sich viele Gedanken, was oder welche Hilfe zur Selbsthilfe sie den Kindern anbieten können, damit sich die Kinder positiv entwickeln und entfalten können. Gerade in der heutigen Zeit wird die Vor- und Nachbereitungszeit immer geringer und die Anforderungen an das pädagogische Personal immer größer. Heilpädagogen müssen über ein riesiges Spektrum an Fachwissen, pädagogische Kompetenzen, an guter Didaktik, Ideenreichtum und an praktischen Fördermöglichkeiten verfügen, um den Kindern, die zu ihnen kommen, gerecht zu werden.“ (Quelle: Klöck/Schorer)

 Die Arbeit der Heilpädagogik unterscheidet sich von vorwiegend funktionellen Therapieformen wie z.B. Ergotherapie.
„Sie beinhaltet die Erziehung, Förderung, Begleitung, Beratung, Assistenz und Hilfe des Kindes und dessen Umfelds. Sie holt das Kind da ab, wo es steht, d.h. das Kind wird nicht überfordert, unangemessenem Druck oder antrainierendem Üben ausgesetzt.“ (Quelle: Kläck/Schorer)